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Mit der Formulierung „Remember
that time is money“ in seinem Essay Advice to a Young Tradesman
(1748) machte er Zeit zu einer ökonomischen Ressource – ein Gedanke, der bis
heute unsere Arbeits- und Leistungsgesellschaft prägt.
Franklin verstand Zeit als
wirtschaftliche Ressource: Wer seine Zeit unproduktiv verbringt, verzichtet
auf möglichen Verdienst.
Mit der Industriellen Revolution erhielt der Satz eine neue Bedeutung.
Fabrikarbeit machte Zeit messbar: Arbeitsbeginn und -ende wurden durch Uhren
geregelt. Löhne wurden nach Stunden berechnet. Produktivität wurde zum
Maßstab wirtschaftlichen Erfolgs.
Der Historiker E. P.
Thompson beschrieb diesen Wandel als den Übergang von einer
aufgabenorientierten zu einer zeitdisziplinierten Arbeitskultur. Zeit wurde
selbst zur Ware.
Im Kapitalismus bedeutet
„Zeit ist Geld“, dass Arbeitszeit in wirtschaftlichen Wert umgewandelt wird.
Unternehmen versuchen deshalb, Arbeitsabläufe zu beschleunigen, Leerlauf zu
vermeiden, möglichst viel Wert in möglichst kurzer Zeit zu erzeugen. Auch
Konsum wird auf Zeit optimiert – etwa durch Lieferdienste, Self-Checkout
oder Automatisierung.
„Zeit ist Geld ...“ schließt an andere Arbeiten zum Thema Geld
von Julia Herfurth an, aber auch an verschiedene Druckgrafiken, in denen
Mikroschrift zum künstlerischen Mittel und formgebenden Element wird. |
„The Old Melbourne Cemetery“ (2011) war die erste Arbeit, die Geld bzw.
Handel zum Thema hat.
Sie zeigt die leere Markthalle der Fleischabteilung des Queen Victoria
Market in Melbourne, Australien, der 1878 gegründet wurde. Er ist der größte
überdachte Freiluftmarkt in der südlichen Hemisphäre. 2018 wurde er in die
australische Nationale Denkmalliste (National Heritage List) aufgenommen.
Nur an wenigen Orten des Marktes wird ersichtlich, dass er sich auf dem
ehemaligen Gelände des Old Melbourne Cemetery befindet. (...)
Die fotografische Arbeit „Fatma Aliye“ (2012), die Durchleuchtung eines
türkischen 50 Lira Scheins, setzt sich ebenfalls mit dem Thema Geld
auseinander und ist Teil der Sammlung Haupt (siehe dazu
Newsbeitrag Februar 2013).
Weiterlesen im
Newsbeitrag
der Sammlungswebsite
und in diesem
ausführlichen
PDF
mit Abbildungen der genannten und weiterer Arbeiten, CV der Künstlerin und
Links zum Kontext.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Hermann Büchner, Kurator der Sammlung Haupt
E-Mail
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